Bluttest bei Perimenopause und Menopause: Brauchst du ihn?
Viele erwarten, dass ein Bluttest die Perimenopause bestätigt. Für die meisten Menschen ab 45 ist er nicht nötig. Laut der britischen NICE-Leitlinie lassen sich Perimenopause und Menopause bei ansonsten gesunden Menschen ab 45, die Wechseljahresbeschwerden haben, ohne Laboruntersuchungen feststellen.
Die Perimenopause wird an Hitzewallungen oder Nachtschweiß erkannt, die vor Kurzem begonnen haben, zusammen mit Veränderungen des Menstruationszyklus. Die Menopause wird festgestellt, wenn mindestens 12 Monate lang keine Periode aufgetreten ist – bei Menschen, die nicht hormonell verhüten.
Warum nicht einfach testen? In der Perimenopause können die Hormonspiegel von einer Woche zur nächsten steigen und fallen. Ein einzelner Wert kann deshalb normal aussehen, obwohl die Beschwerden eindeutig da sind. Ein klares Bild deiner Beschwerden und deines Zyklus über einen längeren Zeitraum sagt deiner Ärztin oder deinem Arzt oft mehr.
Kurze Antworten
Wann kommt ein Bluttest infrage?
NICE empfiehlt, einen FSH-Test (follikelstimulierendes Hormon) nur bei Menschen zwischen 40 und 45 mit Wechseljahresbeschwerden einschließlich Zyklusveränderungen sowie bei Menschen unter 40, bei denen eine Menopause vermutet wird, in Betracht zu ziehen. Unter 40 prüfen Ärztinnen und Ärzte, ob eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz (POI) vorliegt, die eine eigene Abklärung erfordert.
Von welchen Tests rät NICE ab?
Bei Menschen ab 45 rät NICE davon ab, Anti-Müller-Hormon, Inhibin A, Inhibin B, Östradiol, die Antralfollikelzahl oder das Eierstockvolumen heranzuziehen, um Perimenopause oder Menopause festzustellen.
Und was ist mit Selbsttests für zu Hause?
Viele Selbsttests messen FSH im Urin. Weil die Werte in der Perimenopause stark schwanken können, kann ein einzelnes Ergebnis sie weder bestätigen noch ausschließen. Wenn du einen solchen Test machst, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt darüber, was das Ergebnis für dich bedeutet.
Können auch andere Ursachen ähnliche Beschwerden auslösen?
Ja. Schilddrüsenerkrankungen zum Beispiel können Schwitzen, Herzrasen, Müdigkeit und Stimmungsveränderungen verursachen. Wenn etwas nicht ins Bild passt, veranlasst deine Ärztin oder dein Arzt möglicherweise Untersuchungen, um andere Ursachen auszuschließen – das ist etwas anderes, als die Menopause per Test zu bestätigen.
Wann du mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen solltest
- Deine Beschwerden haben vor 45 begonnen oder deine Periode ist vor 45 ausgeblieben oder unregelmäßig geworden – besonders vor 40.
- Du hast nach 12 Monaten ohne Periode eine Blutung, ganz gleich welcher Art.
- Die Beschwerden beeinträchtigen deinen Schlaf, deine Arbeit oder deine Stimmung.
- Du bist dir nicht sicher, ob du noch verhüten musst.
Wie das Protokollieren hilft
Weil die Antwort meist von deinen Beschwerden und deinem Zyklus abhängt, sind Notizen über ein paar Wochen oft hilfreicher als ein einzelner Test. Pausa erfasst Hitzewallungen, Schlaf und Stimmung auf deinem iPhone und kann daraus eine Zusammenfassung erstellen, die du deiner Ärztin oder deinem Arzt zeigen kannst.
Quellenangaben aktualisiert im Oktober 2026. Redaktionelle Grundsätze →
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